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Ori and the Will of the Wisps - Preview / Vorschau

Grösser, vielfältiger und noch besser!

Vorschau Video Benjamin Braun

Mit ihrem zauberhaft schönen und gleichsam fordernden Metroidvania "Ori and the Blind Forest" fand Indie-Entwickler Moon Studios einen Weg in die Herzen vieler Spieler. Nicht alles war perfekt im ersten Teil, im Nachfolger aber legen die Macher insbesondere bei Kampfsystem und Umfang deutlich zu und könnten für eines der ersten grossen Highlights im Jahr 2020 sorgen.

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Metroidvania-Spiele sind oft für einen hohen Schwierigkeitsgrad bekannt. Das gilt, je nach Spielertyp, mal stärker für die Rätsel, mal für die Plattformer-Anteile oder auch für die Kämpfe. "Ori and the Blind Forest" war in all diesen Bereichen kein Zuckerschlecken, allerdings war dies einer der Besonderheiten des Spiels geschuldet. In der Rolle des putzigen Waldgeistes Ori, der entfernt an ein perlweisses Eichhörnchen erinnert, gab es keine automatischen Kontrollpunkte. Stattdessen musste man eine der (erweiterbaren) Energiekugeln opfern, um manuell einen Rücksetzpunkt in der Welt zu erzeugen. Stand gerade keine Energie zur Verfügung, konnte kein Kontrollpunkt erstellt werden. Hatte man im Eifer des Gefechts schlichtweg vergessen, letzteren zu aktivieren, ging es auch mal besonders drastisch zu einem weit zurückliegenden Speicherpunkt zurück. Dass gerade das bei manchen Spielern zu frustrierenden Situationen führen konnte, hat Entwickler Moon Studios glücklicherweise erkannt. Im Sequel "Ori and the Will of the Wisps" gibt es deshalb fair gesetzte Checkpoints. In einem mehrstündigen Hands-on konnten wir für euch herausfinden, dass das Gameplay dennoch angenehm fordernd bleibt, dank präziser Steuerung und stark verbessertem Kampfsystem aber sogar den erstklassigen Vorgänger noch in den Schatten stellen könnte.

Märchenhafte Atmosphäre

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Die Geschichte von "Ori and the Will of the Wisps" beginnt mit der Geburt einer jungen Eule, der Tochter des Riesenvogels Kuru aus dem Vorgänger. Ori und seine Freunde nehmen das kleinere Tier liebevoll unter ihre Fittiche und versuchen ihm das Fliegen beizubringen. Aufgrund eines fehlentwickelten Flügels scheitern alle Flugversuche, doch mit Kurus Feder, die als Schwebe-Gadget im ersten Teil herhielt, gelingt es, das klägliche Federkleid zu vervollständigen. Kaum aber unternimmt die Eule mit Ori auf dem Rücken ihren ersten Ausflug über die Wolken, geraten die beiden in einen Sturm. In einem bislang unbekannten Waldstück werden sie voneinander getrennt. Während Ori versucht, die Eule wiederzufinden, macht er Bekanntschaft mit verschiedenen Waldbewohnern, die verglichen mit dem ersten Teil erheblich gesprächiger sind - wie gehabt erfolgen die Dialoge aber nur in Textform in einer unverständlichen Fantasiesprache.

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Bemerkenswert ist, dass "Ori and the Will of the Wisps" deutlich stärker versucht, die Handlung in Form von teilweise interaktiven Zwischensequenzen zu inszenieren. Letztlich ist es aber gar nicht so sehr die Geschichte, von der Oris neues Abenteuer lebt, sondern ähnlich wie im Vorgänger die märchenhafte Atmosphäre, die mit ihrer meist freundlich bunten Grafik im Zeichentrick-Look und dem mysteriös-verträumten Soundtrack glänzt. Obgleich Entwickler Moon Studios, dessen Mitarbeiter wie schon beim ersten Teil über den gesamten Globus verteilt leben, bereits einige Zeit vor dem Event den Goldstatus vermeldete, sind noch einige, grossteils vernachlässigbare Bugs im Spiel enthalten. Auch die von uns gespielte PC-Version, daneben wird die Erstveröffentlichung nur auf Xbox One stattfinden, hinterlässt aber insgesamt einen ausgereifteren Zustand als der erste Teil. Trotz nativer Auflösungen in 3K und 4K blieben die im ersten Teil noch häufiger zu beobachtenden Einbrüche bei der Bildrate beispielsweise mehr oder weniger komplett aus. Wie so oft dürfte der inzwischen obligatorische Day-One-Patch die letzten noch vorhandenen Probleme zum Launch noch korrigieren. Wir haben daran jedenfalls keine ernsten Zweifel.

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