Games.ch

Project Cars 2 - Test

Erstklassige Rennsimulation

Test Video Martin Mayer getestet auf PlayStation 4

Mit dem ersten Teil lieferten die Slightly Mad Studios eine der besten Rennsimluationen der letzten Jahre. "Project Cars 2" erweitert das Angebot an Fahrzeugen und Strecken deutlich und spendiert Rennspiel-Puristen einen Titel, der mit ultrarealistischem Fahrmodell und dynamischem Wetter glänzt. Es ist nicht alles perfekt, aber in beinahe jedem Bereich lässt "Project Cars 2" seinen Vorgänger klar hinter sich.

Screenshot

Es wird gedrängelt, gerammt und Regen gibt es zwar, aber dynamisch ist der nicht gerade. Moment. Das sind alles Beobachtungen aus einem anderen Rennspiel, nämlich "Forza Motorsport 6". In "Project Cars 2" läuft es in all diesen Bereichen nämlich anders. Denn egal, ob während des Rennens, dem Qualifying oder dem Training schlägt die Gegner-KI nie über die Stränge, klebt nicht unangenehm via Gummiband-KI an unseren Fersen – und das Wetter ist tatsächlich dynamisch. Weshalb "Project Cars 2" seinen Vorgänger in praktisch jedem Aspekt übertrumpft, aber ihm insgesamt doch nur etwas überlegen ist, erfahrt ihr in unserem Testbericht.

Realismus pur

Der Realismus-Grad war Entwickler Slightly Mad Studios schon im ersten Teil von „Project Cars“ besonders wichtig. Mit „Project Cars 2“ allerdings entwickelt der britische Entwickler das System konsequent weiter. „Alles wird simuliert, vom Wetter, über die Reifenabnutzung bis hin zur Reifenverformung“, liessen die Macher sinngemäss immer wieder verlauten. Dieses Versprechen der Entwickler ist allerdings kein Marketing-Spruch. Tatsächlich gelingt Slightly Mad mit „Project Cars 2“ eine realistische Rennsimulation, die es in dieser Güteklasse bislang nicht gab. Denn trotz des realistischen Fahrmodells, bleiben Einsteiger hier nicht wie in einem "Grand Prix Legends" aussen vor.

Screenshot

Wenn wir in "Project Cars 2" eine Kurve minimal falsch anfahren oder mit den Reifen auf einer der Fahrzeugseiten über das Gras neben der Strecke fahren, dann rächt sich das genau in der Form, in der man das bei derartigen Fahrfehlern erwarten müsste. Wir verlieren also wenigstens viel Zeit oder drehen uns im schlimmsten Fall von der Piste. Allerdings müssen sich Genre-Einsteiger deshalb keine Sorgen machen. Denn auch, wenn gerade ihnen ein solches Malheur schneller widerfahren mag als Simulations-Profis, schafft das realistische Fahrmodell in "Project Cars 2" Verlässlichkeit. Wer die Spielphysik nämlich nicht ignoriert, sondern sich darauf einstellt, der merkt schnell, wie exzellent den Machern die Lernkurve gelungen ist. Wer also zu Beginn noch häufig ins Schlingern gerät, erarbeitet sich beim Fahren Stück für Stück ein Gefühl dafür, wie man den Boliden wieder unter Kontrolle bekommt, ohne von der Strecke zu fliegen.

Screenshot

Die unzähligen, optional zuschaltbaren Hilfsfunktionen wie die volle Traktionskontrolle oder gar Brems- und Lenkassitent helfen natürlich. Gerade die beiden letztgenannten greifen allerdings so stark und teils nur bedingt hilfreich ins Geschehen ein, dass ihr euch deren Nutzung gut überlegen solltet. Ähnliches gilt auch für eure Karriereeinstellungen bei der Gegner-KI, die ihr separat in den Bereichen "Können" und "Aggressivität" regelt. Während euch die Einstellung beim Können das Rennleben deutlich erleichtert, ansonsten fahren euch die Gegner in Qualifikation oder Rennen schnell davon, macht sich die Einstellung bei der Aggressivität nur begrenzt bemerkbar. Auf dem niedrigsten Stand fährt die KI deutlich zurückhaltender, aber vielleicht doch einen Hauch zu stringent auf der Ideallinie. Bei der aggressiven Variante gehen sie spürbar stärker auf Tuchfühlung, was dann allerdings häufig dazu führt, dass uns Kontrahenten mit Vorliebe bei Kurvenfahrten abschiessen. Aber die KI ist insgesamt gut. Besonders auch, da sie sich immer wieder auch mal realistische Fehler erlaubt, kurz von der Strecke abkommt und entsprechend vom Gas gehen muss. Besonders gut finden wir aber, dass "Project Cars 2" auf eine Gummiband-KI verzichtet. Fahrt ihr also einigermassen gut, rückt euch die KI nicht trotzdem ständig auf die Pelle. Fahrt ihr ausgesprochen schlecht, habt ihr allerdings auch kaum eine Chance, wieder an die Spitze heranzufahren.

Kommentare