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Syndicate

Hand’s-On-Test: Syndicate

Vorschau Benjamin Kratsch

Eine Welt, kontrolliert von Konzernen. Von Syndikaten, die ihren Kunden Chips einpflanzen, sie fernsteuern und sich gegenseitig nichts schenken, ausser den Tod. GAMES.CH spielt Kampagne und Koop.

Die Welt spricht Apple. Egal ob in Bus, Bahn oder sogar Flugzeug: Alle reden nur noch mit Siri. Eigentlich ist es nur ein Programm, eine App aber die Apfelwelt behandelt die virtuelle Lady als wäre sie eine gute Freundin, die sie schon ewig kennen. Die sie nach der besten Cocktailbar fürs Date oder Steakhouse für den Geschäftstermin fragen können. Alles schön, alles gut doch im Jahr 2069 nutzen skrupellose Mega-Konzerne die Gutgläubigkeit ihrer Kunden aus. Sie pflanzen ihnen einen Chip ein, versprechen mehr Leistung und ein besseres Leben in der Oberschicht. Der Chip lässt das die Menschen vergessen, die in der Unterwelt hausen, in vom Bürgerkrieg zerstörten Soho in New York, Los Angeles oder bis Taipeh. Doch auch auf den schwebenden Luxus-Oasen wie La Ballena entbrennt ein Krieg, ein Krieg um Kunden. Für das grosse Geld morden die grossen Syndikate Cayman Global, Aspari sowie Eurocorp. Für letztere arbeiten wir, als wir auf EAs Showcase in London den Auftrag annehmen einen Wissenschaftler namens Chang zu finden und seinen Hirn-Chip-Speicher zu stehlen. "Zivile Opfer sind kein Problem, nur der Job zählt" macht Kollege Agent Merith mit der tiefen Stimme eines John McClane klar, während er zwei Securities quasi im Vorbeigehen die Birne wegpustet und einen verängstigten Wissenschaftler in einem Fahrstuhl hinrichtet. "Das hier ist ein echtes Syndicate, auch wenn es eben kein Top-Down-Shooter mehr ist. Die Waffen, die Brutalität und der hohe Schwierigkeitsgrad – alles drin" prophezeit Jeff Gamon, der bereits 1993 am alten "Syndicate" mitgearbeitet hat.

Memories, oh memories

Erinnert ihr euch noch an den kultigen Taktikshooter aus dem Jahr 1993. Wo man in einem ähnlich angesiedelten Universum ein Killer-Squad durch unfassbar schwere Level steuerte – natürlich aus der damals üblichen Top-Down-Sicht. Das war eine Zeit, wo es noch Verbandskästen gab und keine übermenschliche Selbstheilung, die durch Deckung wie Kisten oder Gebäude automatisch aktiviert wird. "Call of Duty", "Battlefield 3" und "Uncharted 3" lassen freundlich grüssen. Während Stimmen bei uns zumindest aktuell nur aus Apples iPhone 4S kommen, können diese in "Syndicate" absolut tödlich sein. Denn jeder Chip kann gehackt werden, was wir uns direkt mal zu Nutze machen. Zwei Securities stehen im Sicherheitskontrollzentrum und foltern offensichtlich eine Geisel, die zu viel zu wissen scheint.  Natürlich könnten wir einfach reingehen und beide umpusten, viel bequemer ist es aber zu hacken: Wache anvisieren, kurz warten und schon wird der Upload gestartet. Wir überschreiben den Speicher des einen Security, der dreht daraufhin durch und tötet alle im Raum eher er sich die Kanone in den Mund schiebt und sein Hirn an der Glasscheibe endet. Brutal, passt aber irgendwie zu diesem abstrusen Sci-Fi-Setting, indem Menschen ohnehin nicht allzu viel wert zu sein scheinen.

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