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The Bradwell Conspiracy - Test / Review

Auf der Suche nach Substanz

Test Video Joel Kogler getestet auf Xbox One

Zunächst im Rahmen von "Apple Arcade" angekündigt, kommt "The Bradwell Conspiracy" jetzt auf alle Plattformen. Das Rätselspiel mit Fokus auf Story wirbt mit grossem Talent, sowohl in der Entwicklung als auch im Voice-Acting. Was passiert, wenn sich Veteranen daranmachen, "The Stanley Parable" und "Portal" zu vereinen?

Allein im Museum

Wir schreiben das Jahr 2026. Nach einer Explosion im Stonehenge-Museum der Firma Bradwell Electronics befreien wir uns aus den Trümmern - kein anderer Überlebender in Sicht. Immerhin finden wir schnell den Museums-Guide in Form einer Brille mit künstlicher Intelligenz. Diese Smart-Glasses sind für die Sicherheit in Bradwell Electronics zuständig und führen euch in die vermeidliche Freiheit. Schnell wird klar: Der komplette Komplex ist hermetisch abgeriegelt, und als wir eine zweite Überlebende finden, Amber, steht auch der Grund fest: Unter dem Museum findet sich eine Forschungsanlage, in der ein mysteriöses Element namens "Substanz" erforscht wurde. Von hier aus entfaltet sich eine Sci-Fi-Geschichte rund um die sehr aktuellen Themen Energiegewinnung und Massenüberwachung. Wir lernen durch Dialoge, Sprachnachrichten und Mails immer mehr über Amber und die Hintergründe der wohlhabenden Bradwell-Familie. Dabei schafft es "The Bradwell Conspiracy" leider nicht, die Höhen anderer Spiele des Genres zu erreichen. Ähnlich wie beispielsweise bei "Portal" wird die Story hauptsächlich über die Monologe eines unsichtbaren Charakters transportiert. Amber ist allerdings kein Antagonist. Im Gegenteil: Wann immer wir feststecken oder ein neues Ziel erhalten, unterstützt und motiviert sie uns verbal. Das sorgt zum einen für einen flotten Spielfluss, da wir immer wissen, was wir wo tun sollen. Zum anderen nimmt es einen Grossteil der Spannung aus dem Spiel.

Screenshot

Spannung ist allgemein ein Problem von "The Bradwell Conspiracy". Die im Titel erwähnte Verschwörung kommt erst in der letzten halben Stunde des rund vier Stunden langen Spiels wirklich vor. Davor versuchen wir aus dem Komplex zu entkommen und müssen verschiedene Botengänge für Amber erledigen. Hier lohnt sich noch mal der Vergleich zu "Portal": Der grösste Unterschied zwischen beiden Titeln ist die Motivation des Protagonisten. Während ihr in "Portal" euren Verstand einsetzen müsst, um den diabolischen Experimenten zu entkommen, setzt euch "The Bradwell Conspiracy" eine Checkliste mit Aufgaben vor, die weder spannend noch fordernd sind. Der namen- und stimmlose Protagonist von "The Bradwell Conspiracy" könnte genauso gut selbst eine künstliche Intelligenz sein.

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