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The Council - Episode 1: The Mad Ones - Test

Geheimbünde und Intrigen

Test Video JoelK getestet auf Xbox One

Um Kopf und Kragen diskutieren

Als dritte, zentrale Spielmechanik gibt es die Konfrontationen, bei denen wir unser Gegenüber in einem Streitgespräch von unserem Standpunkt überzeugen müssen. Dabei hilft es oft, wenn wir im Voraus Informationen über die Herkunft und Motivation unseres Gegenüber gesammelt haben, damit wir besser einschätzen können, wie wir sie um den Finger wickeln können. Dabei stehen uns aber nur eine sehr begrenzte Anzahl an Versuchen zur Verfügung, schaffen wir eine Konfrontation nicht, müssen wir mit negativen Konsequenzen rechnen. So kann es etwa sein, dass wir für den Rest des Kapitels mit unsichtbarem Zeitlimit für Dialoge auskommen müssen oder all unsere Fähigkeiten einen Ausdauerpunkt mehr kosten.

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In der ersten Episode sehen wir nur einen relativ kleinen Bereich von Lord Mortimers Anwesen. Dank der detaillierten Umgebung und den diversen Sammelgegenständen werden aber neugierige Spieler trotzdem belohnt. Wer sich umschaut kann Schlüssel zu versteckten Truhen finden oder Manuskripte, die einen Bonus auf Fähigkeiten gewähren. Das steht ebenfalls in starkem Kontrast zu ähnlichen Spielen, die abseits des Hauptpfades nur sehr wenig zu entdecken bieten.

Kleines Budget, grosse Ziele

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„The Council“ zeigt sich sehr ambitioniert, besonders, wenn man bedenkt, dass es das erste Spiel der Entwickler ist. Publisher Focus Home Interactive hat sich aber bereits in der Vergangenheit in der Sparte der Budget-Titel bewährt. Die Indie-Wurzeln merkt man dem Spiel eigentlich nur in der Präsentation an. Die Charaktere sind stilisiert und erinnern entfernt an die Optik von Spielen wie „Dishonored“. Gerade zu Beginn fallen zudem die manchmal sehr steifen Animationen auf. Die Geschichte ist aber nicht nur spannend und teilweise überraschend humorvoll erzählt, sondern die Entwickler geben sich Mühe mit verschiedenen Kamerawinkeln auch Gespräche dynamisch zu inszenieren. Plötzliche Nahaufnahmen von Louis Gesicht mögen anfangs unfreiwillig komisch wirken, trotzdem hilft es die technischen Schwächen zu kaschieren. Die Umgebung kommt deutlich besser weg, vor allem wohl deshalb, weil sich „The Council“ auf wenige und dafür erinnerungswürdige Szenerien verlässt.

Fazit

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„The Council“ ist ein extrem ambitioniertes Projekt, das gegen Schwergewichte wie „The Walking Dead“ von Telltale und „Life is Strange“ von Dontnod ins Feld zieht. Zu meiner grossen Überraschung schafft bereits die erste Episode einen absoluten Suchfaktor zu entfalten und wer einmal angefangen hat „The Council“ zu spielen, wird Mühe haben, den Controller aus der Hand zu legen. Zu dem niedrigen Preis ist das Spiel ein absoluter Pflichtkauf für jeden Gamer, der Wert auf eine spannende Geschichte legt. Durch das Skillsystem bietet das Spiel nach der rund fünf Stunden langen Episode grossen Wiederspielwert. Jedes Mal wenn das Spiel eine Option bietet, die noch gesperrt ist juckt es in den Fingern es nochmal zu spielen um Louis entsprechend zu leveln.

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