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The Escapists: The Walking Dead - Special

Angriff der 8-bit Zombies

Artikel Video Ulrich Wimmeroth

Das im stylischen Retro-Look gehaltene Abenteuerspiel The Escapists, war ein voller Erfolg für den kleinen Indie-Entwickler Mouldy Toof Studios. Und klein ist dabei noch masslos untertrieben. Denn das Studio besteht nur aus dem englischen Allrounder Chris Davis, der von der niedlichen 8-bit-Optik, bis zum originellen Spielprinzip, das gesamte Spiel auf die Beine gestellt hat. In „The Escapists“ übernimmt der Spieler die Rolle eines Insassen, der den Ausbruch aus seinem Gefängnis plant. Damit das gelingen kann, gilt es die Umgebung auszukundschaften und Pläne zu schmieden. Ein weiterer wichtiger Aspekt: Werkzeuge herstellen oder mit anderen Gefangenen tauschen, und die wertvollen Gegenstände vor den Wachen verstecken. Eine Sandbox-Gefängnisausbruchssimulation, die dem Spieler erlaubt den Ausbruch auf völlig unterschiedlichen Wegen zu planen.

Für den Nachfolger The Escapists: The Walking Dead hat Team 17 das Ruder übernommen und in Zusammenarbeit mit Robert Kirkmans Skybound, das Spielprinzip von „The Escapists“ mit den Charakteren von „The Walking Dead“ angereichert. Dabei folgt die Handlung der erfolgreichen Comicserie und es gilt diesmal nicht, aus verschiedenen Gefängnissen zu fliehen, sondern sich an bekannten Schauplätzen wie Alexandria, Woodbury oder der Farm der Familie Greene, mit der Zombie-Apocalypse auseinander zu setzen. Obwohl, ein Gefängnis ist mit dem Meriwether-Knast dann doch bei den insgesamt fünf Handlungsorten dabei.

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Grundsätzlich bleibt das bekannte Prinzip aus Sammeln, Aufleveln und Werkzeuge basteln erhalten. Der Spieler erwacht in der Rolle des Sheriffs Rick Grimes in einem Zimmer im Harrison Memorial Hospital, und muss entsetzt feststellen, das sich die Welt ganz schön gewandelt hat. Überall schlurfen Zombie durch die Gegend, die sich auf Frischfutter freuen. Also erst einmal genau die Lage prüfen, nach einem möglichen Fluchtweg suchen und den Untoten ausweichen. Diese haben zwar noch nie so niedlich ausgesehen wie in der charmanten Klötzchen-Optik, sind aber trotzdem gemeingefährlich. Die geeigneten Werkzeugen für die Flucht zu finden, oder erst aus unterschiedlichen Materialien anzufertigen, ist eine ganz schön knifflige Arbeit. Zumal kein Hilfesystem dem Spieler unter die Arme greift. Aber es hat auch keiner gesagt, dass die Welt der Walking Dead einfach zu durchqueren wäre.

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Im Verlauf trifft der Spieler auf bekannte Figuren aus der Comic-Reihe und TV-Serie, wie beispielsweise Carl, Lori, Hershel, Michonne oder Abraham. Gemeinsam gilt es nun, die Schauplätze von den Zombies zu säubern und einen Weg zum nächsten Level zu finden. Aber jetzt mit roher Gewalt vorzugehen, sorgt für den vorschnellen Pixel-Exitus. Zwar lassen sich mit Pistole und Schrotflinte die hungrigen Untoten problemlos beseitigen, aber Munition ist sehr knapp und die Schussgeräusche locken ganze Horden an. Ergo bleibt die Knarre lieber stecken und der Spieler strengt seinen Grips an, um aus den unzähligen Gegenständen und Rohmaterialien, genau die Werkzeuge zu bauen, die für ein Fortkommen benötigt werden. Über 250 Materialien können zu mehr als 70 Gegenständen geformt werden. Darunter auch ikonische Waffen, wie Michonne’s Katana. Die ist effektiv und vor allem leise.

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Angereichert wird das Spielprinzip, durch Mini-Spiele, in denen der Spieler meist Sachen für andere Überlebende besorgen soll. Die Aktionen werden mit Spielgeld entlohnt, die bei auftauchenden Händlern gegen seltene Gegenstände eingetauscht werden. Zudem müssen täglich Rituale, das morgendliche und abendliche Durchzählen der Köpfe, Wäsche waschen oder die Teilnahme an den Mahlzeiten, sorgsam eingehalten werden. Das stärkt die Moral der Truppe. Die eigene Kraft, Geschwindigkeit und Stärke durch das Lesen von Büchern oder dem Absolvieren von regelmässigen Aufgaben zu erhöhen, ist für den Sieg unerlässlich. Sollte der Spieler trotzdem den Zombies zum Opfer fallen, zeigt sich das Spiel eher gnädig. Ohne vorhandene Gegenstände zu verlieren, erwacht Pixel-Rick einfach am nächsten Morgen und darf einen weiteren Versuch starten.

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