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Wolfenstein: Youngblood - Vorschau / Preview

Wolfenstein auf Abwegen: Nazi-Jagd für zwei Personen

Vorschau Video Steffen Haubner

Geteilter Spass ist doppelter Spass. Diesem Motto folgend haben MachineGames aus neuesten Spin-off des Wolfenstein-Franchises ein Koop-Game gemacht. Spass war, so erklärte uns Senior Game Designer Andreas Öjerfors im Rahmen eines Anspiel-Events in London, nämlich der wichtigste Leitgedanke bei der Konzeption von „Wolfenstein: Youngblood“.

Ein besonderes Dankeschön geht an dieser Stelle an die folgenden Kollegen raus, die sich damit einverstanden erklärt haben, dass wir dieses Interview aufzeichnen und veröffentlichen: Petra Schmitz von der Gamestar, Sascha Göddenhoff von Gameswelt, Alexander Gehlsdorf von GIGA.de und Matthias Dammes von der PC Games.

„Wir haben gemerkt, dass wir davon beim gemeinsamen Spielen am meisten hatten, also haben wir uns dafür entschieden, das ganze Spiel so zu gestalten.“ Der Schwede war bereits für das Game Design von „Wolfenstein II: The New Colossus“ und das Gameplay von „Wolfenstein: The New Order“ verantwortlich. Offenbar war man beim Publisher Bethesda ebenfalls davon überzeugt, dass das stetig wachsende Wolfenstein-Universum auch jenseits des Titels etwas frisches Blut gebrauchen könnte. Schliesslich entschied man sich für ein Sequel, da es ja bereits mit „Wolfenstein“ 2009 ein Reboot gibt, ein erneute Reboot also wenig sinnvoll gewesen wäre.. Auf diese Weise habe man sich zudem kreativ mehr austoben können ohne Gefahr zu laufen, mit der Wolfenstein-Timeline ins Gehege zu kommen.

Wo ist Papa?

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Die Geschichte spielt diesmal im Vergleich zu den Vorgängern allerdings eine eher untergeordnete Rolle. Laut Öjerfors hängt das unter anderem damit zusammen, dass das Koop-Gameplay sowie die insgesamt offenere Levelstruktur die Integration eines roten Handlungsfadens erschwerten. Zu Beginn treffen wir den untergetauchten Nazi-Jäger B.J. Blazkowicz 1979, zwei Jahrzehnte nach den Ereignissen von „Wolfenstein II: The New Colossus“, im mehr oder weniger häuslichen Umfeld an, wo er gemeinsam mit seiner Frau die beiden Zwillingsschwestern Jessica und Sophia einem ziemlich rigorosen Survival-Training unterzieht. Dieses werden die beiden – sozusagen „born to kill Nazis“ – gleich darauf auch dringend brauchen. Denn der Vater wird vermisst und soll sich in Paris aufhalten. Das ist der Wolfenstein-Logik zufolge im Jahre 1980 noch immer von den Nazis besetzt, weshalb die beiden Kämpferinnen später auch der französischen Resistance unter die Arme greifen müssen. Beim ersten Toten muss sich eine der Damen noch übergeben, doch keine Sorge: die Hemmschwelle die Gegner nach allen Regeln der Kunst ins Jenseits zu befördern sinkt rapide.

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Im ersten Level, das wir in London spielen durften, entern Jessica und Sophia einen Zeppelin mit dem wunderbaren Namen „Nachtfalter“, in dem sie einen Nazi-General namens Winkler ausschalten müssen. Ein bisschen musste ich dabei an „The Order: 1886“ denken, wobei man in „Youngblood“ natürlich deutlich mehr Freiheiten geniesst. Gut, ist jetzt auch kein Kunststück… Freiheit, das heisst in diesem Falle: Ich kann mich im Schatten an Gegner anschleichen und sie ebenso geräuscharm wie martialisch ausschalten, um nicht jede Menge anderer Nazi-Schergen auf den Plan zu rufen. Oder ich frässe mich als One-Man-Army durch die Gegnerreihen, wofür anfangs noch ein überschaubares, im späteren Verlauf aber immer opulenteres Waffenarsenal zur Verfügung steht. Schrieb ich gerade „One Man Army“? Genau das ist beim ersten Durchgang mein Problem. Mangels Abstimmung mit meinem menschlichen Koop-Partner führt meine „Wird schon gutgehen“-Taktik zu einer recht frühen Auszeit. Nun muss mir mein Mitspieler innerhalb einer bestimmten Frist zu Hilfe kommen, mich wiederbeleben und mir bei der Gelegenheit vorschlagen, ein bisschen mehr Teamplay zu etablieren: „Du linksrum, ich rechtsrum!“ In dem relativ überschaubaren Luftschiff-Interieur geht dieser eher simple Plan noch einigermassen auf, später auf den Strassen von Paris sind dagegen etwas ambitioniertere Strategien gefragt.

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