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Yakuza: Like a Dragon - Test / Review

Ulkiges Rollenspiel-Epos

Test Video Joel Kogler getestet auf Xbox Series X

Die "Yakuza"-Reihe gehört, zumindest in Japan, zu den absoluten Klassikern des Open-World-Genres. Im Westen wurde die Reihe oft aufgrund der Thematik mit Rockstars "Grand Theft Auto" verglichen - ein Vergleich, der keinem der Spiele wirklich gerecht wird. Obwohl "Yakuza" traditionell eher auf Sony-Konsolen zu finden ist, arbeitet SEGA in dieser Konsolengeneration mit Microsoft zusammen und bringt sein neuestes Werk "Yakuza: Like a Dragon" auf die Xbox-Series-Konsolen direkt zum Launch. Das Spiel stellt nicht nur damit einen grossen Wandel innerhalb der Reihe dar, sondern ist ein Neustart für die Reihe, wie der englische Titel bereits verrät. Der japanische Name der Spielserie lässt sich nämlich auch in "Like a Dragon" übersetzen, man geht hier also einen ähnlichen Weg wie "DOOM" aus 2016.

Ein Handlanger mit Herz aus Gold

Eine der grossen Neuerungen in "Yakuza: Like a Dragon" ist, dass es sich erstmals komplett von der vorherigen Geschichte rund um Kazuma Kiryu loslöst. Ihr braucht also keinerlei Vorwissen, um dieses neue Drama geniessen zu können. Stattdessen begleitet ihr Ichiban Kasuga in seinem Abenteuer im japanischen Yokohama. Wer die früheren Titel der Reihe gespielt hat, wird schon von Anfang an wissen, was passiert. Aufgezogen in einem Bordell, findet sich der junge Ichiban ohne Perspektive auf der Strasse und legt sich eines Tages mit der japanischen Mafia, den Yakuza, an. Als alles verloren scheint, rettet ihm der Anführer eines solchen Yakuza-Clans das Leben. Von da an verschreibt sich Ichiban komplett dem Wohl seiner neuen, kriminellen Familie. Als einer seiner Freunde einen Mord begeht, nimmt Ichiban gern die Schuld auf sich und findet sich mit einer Haftstrafe von 15 Jahren im Gefängnis wieder. Als er den Knast endlich verlässt, hat sich die Welt stark verändert, und seine ehemalige Familie ist in eine komplexe Verschwörung verwickelt.

So geschieht es, dass sich Ichiban von ganz unten hocharbeiten muss, unterwegs neue Freunde findet und sich mit so ziemlich allen kriminellen Organisationen in Yokohama anlegt. Ichiban selbst ist dabei einer der charmantesten Protagonisten, die es seit Langem in Videospielen gab. Er ist weder besonders talentiert noch besonders intelligent, dafür aber so optimistisch und ehrlich, dass er sich genauso schnell Freunde wie Feinde macht. Damit ist er das absolute Gegenteil des ruhigen, stoischen Protagonisten früherer Spiele. Dieser fröhliche Optimismus dient sehr gut als Gegenstück zu den düsteren und dramatischen Elementen der Story. Die "Yakuza"-Reihe hatte schon immer auch einen grossen Fokus auf Comedy gelegt, und mit Ichiban als Protagonist wirken sowohl die lustigen Momente als auch ernstere Szenen immer glaubwürdig.

Screenshot

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