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inFamous 2

Zickenkrieg in New Marais

Test Roger getestet auf PlayStation 3

Als "inFamous" vor zwei Jahren für die PlayStation 3 erschien, wurde es nicht nur von uns mit sehr viel Lob überschüttet. Eine "Must Have"-Wertung verdient man sich auch bei uns nicht einfach so nebenbei. Wer den ersten Teil zu Ende gespielt hat, wusste etwas mit Sicherheit: Da kommt ein Nachfolger. Zwei Jahre und etliche Blitzschläge später ist er zurück: Cole MacGrath.

Die Frage die sich inzwischen wohl jeder „inFamous“-Fan stellt: Kann man am Titel überhaupt noch etwas verbessern? Ja, mit "inFamous 2" hat Sucker Punch bewiesen, dass beim ersten Teil noch sehr viel Potential vorhanden war.

Eine Kugel, sie zu knechten

Beginnen wir mit der Story. Unser Protagonist Cole MacGrath flieht zu Beginn der Geschichte aus Empire City um seine Kräfte zu steigern. Sein Ziel: die Menschheit vor dem Untergang zu retten. Oder hat er doch andere Ziele? Jedenfalls beginnt seine Reise in New Marais. Bei der amerikanischen Südstaaten-Stadt handelt es sich um ein virtuelles New Orleans, das ebenfalls teilweise von einer grossen Flut zerstört worden ist. Während sich Cole seinen Superkräften widmet, werden einige kleineren und grösseren Story-Twists aufgedeckt. Bis zum Schluss bleibt die Geschichte spannend, was sehr für die Story-Telling-Fähigkeiten von Sucker Punch spricht. Natürlich wollen wir euch die Geschichte nicht versauen, daher versuchen wir hier nicht zu spoilern. Die Hauptstory wird immer wieder durch kleinere Zwischenszenen gespickt und aufgelockert. Dabei scheuen sich die Entwickler nicht davor, einige kleinere Seitenhiebe auf andere bekannte Games auszuteilen. Im Rotlicht-Bezirk von New Marais läuft unter anderem im Kino „Hey Low, Reach!“. Während des Spielens solltet ihr auf jeden Fall die Augen offen halten. Es lohnt sich!

Screenshot


Was ist gut, was ist böse?

Ab und zu hatten wir zudem das Gefühl die Macher von "inFamous 2" seien Fans von Tim Krings Serie "Heroes". Nun, da können wir uns natürlich auch getäuscht haben. Schliesslich dreht es sich bei beiden Geschichten um Superhelden. Doch wie in der TV-Serie muss der Protagonist erkennen, dass sich seine Welt nicht nur in  schwarz-weisse Schemata abbilden lässt. Sind böse Taten immer böse? Oder rechtfertigen gute Absichten etwas eher Unkonventionelles zu unternehmen? Die beiden Charakteren Nix und Kuo versuchen MacGrath immer auf ihre Seite zu bringen und doch haben auch die beiden, zum Teil ziemlich zickigen Damen nur die besten Absichten.

Das aus dem ersten Teil bekannte Moralsystem mit den Karma-Momenten zeigt sich in "inFamous 2" nicht wesentlich anders. Man erkennt, was einem als gute Tat und was als schlechtes Benehmen ausgelegt wird. Leider wirft es einem auch nicht in moralische Zwickmühlen, wie wir sie beispielsweise aus den "Fable"-Titeln kennen. Vielleicht liegt es daran, dass die Bindung zu den Personen, die durch unser Handeln Verluste erleiden würden, nicht so gross ist. Jedenfalls hat man hier eine interessante Chance ungenutzt gelassen. Das ist schade, denn "inFamous" spielt bereits im Spieltitel damit.

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