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Doom - Test

Mehr als nur ein ultra schneller, ultra brutaler Gewaltporno

Test Benjamin Kratsch getestet auf PC

„Doom“ erweist sich im grossen Test als echte Überraschung: Denn was nach ultra brutalem Gewaltporno und spielbarem Tarantino-Streifen im Schlachthaus aussieht, entpuppt sich als ziemlich smart gedachter Shooter, der seinen Soundtrack perfekt einsetzt um euch immer schneller und härter durch die Gänge zu treiben und einen einzigartigen Flow entwickelt.„Doom“ im grossen Test.

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„Doom“ ist krass. Es gab in den letzten zehn Jahren kein anderes Spiel, das uns so brutal gehetzt, gejagt und vor sich hergetrieben hat wie dieser Ego-Shooter. Es ist auf krude und schrullige Art Old-School und verweigert sich modernem Shooter-Design, wirkt aber genau deswegen so grossartig und entwickelt gerade durch seine pumpenden Elektro-Beats einen Flow in seiner Kampagne, der schon beeindruckend ist. Mit einem Leveldesign, das fast schon Richtung „Mirror’s Edge“ geht, einfach was seinen Fluss angeht. Ihr bleibt nie stehen, es geht immer weiter. Es gibt immer irgendeine Möglichkeit von einem Container auf eine Plattform zu springen, sich hochzuziehen, das schwere Maschinengewehr dank Sniper-Aufsatz zum Zielen auf Hellknights und Mancubus zu nutzen, einfach nur um sie anzukratzen. Doch ihr seid nie auf nur einen Stil und eine Gameplay-Richtung reduziert, „Doom“ fühlt sich wie ein Rausch an. Fast schon wie eine Action-Party, in der ihr ab einem gewissen Moment einfach nur noch euren Fingern freien Lauf lasst. Es ist ein Shooter, gemacht für absolute Profis, ihr solltet also wirklich, wirklich gut in diesem Genre sein und kein Anfänger. Denn es verlangt euch viel ab, weil ihr selten wirklich Zeit habt zu zielen und sich der Speed von Stunde zu Stunde höher schraubt. Das hier ist keiner dieser Shooter, in dem ihr mit Granaten Gegner aus der Deckung treibt und ihnen dann Kopfschüsse verteilt oder gar zum Flankenmanöver ansetzt.

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„Doom“ ist ein „In Your Face“-Game, das euch immer wieder ganz gezielt auch in den Nahkampf treibt, schon alleine weil sich diese „Glory Kills“ als gepanzerte Mordmaschine des Doomguys auf widerwärtige und eklige Art doch verdammt befriedigend anfühlen. Und weil das splatternde Gekröse Gesundheitspacks fallen lässt, die kann man immer gebrauchen. Es mag merkwürdig klingen, aber gerade weil euch die Grossen, die Hellknights, die Mancubus, die Revenants so brutal in Atem halten und uns ganz offen gestanden gerade in den höheren Schwierigkeitsgraden absurd oft haben sterben lassen, fühlt es sich umso befriedigender an von oben auf einen Imp zu springen und ihm im Flug die Schädelplatte zu zerdämmern. Die „Glory Kills“ werden immer dann aktiviert, wenn ein Gegner genug Lebenspunkte verloren hat, dass er anfängt rot zu pulsieren. Ihr könnt ihm jetzt einen Arm ausreissen und damit Schellen verpassen. Oder ein Bein und ihn damit erschlagen. Oder ihn auf den Boden rammen und beide Beine ausreissen. Es sollte sich von selbst verstehen, dass ihr als Familienpapa vorher die Kids ins Bett schicken solltest, denn „Doom“ ist sicherlich eines der brutalsten Spiele, die je entwickelt wurden. Doch wie unsere Headline schon vermuten lässt, steckt hinter dem Werk mehr als nur ein Gewaltporno, um nach Blut lechzende Amis zu beglücken. Denn „Doom“ ist auch ein Spiel, das euch erstaunlich selten sagt, was zu tun ist und sich immer ein bisschen geheimnisvoll anfühlt. Das liegt vor allem an den farbigen Security-Code-Karten, die den Zugang zu unterschiedlichen Arealen öffnen.

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