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iPhone 8 - Test

iPhone 8 Plus: Flaggschiff oder Mitläufer?

Hardware: Test Beat Küttel

Ein neuer Herbst, ein neues iPhone. Genau genommen gleich deren drei. Denn neben dem für November angekündigten iPhone X kamen Ende September auch bereits das iPhone 8 und das iPhone 8 Plus in die Schweizer Läden. Eine ungewohnte Situation, und es stellt sich sofort die Frage, wo sich das iPhone 8 Plus, das wir testen konnten, im Vergleich zu seinem Vorgänger und zum bald anstehenden Edel-iPhone einreiht. Lohnt sich ein Upgrade vom iPhone 7 (Plus)? Oder ist es doch besser, auf das iPhone X zu warten, das allerdings auch ein grösseres Loch ins Portemonnaie reissen wird?

Wir haben ausführlich Hand angelegt, vergleichen die Pros und Kontras und erläutern die neuen Features.

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Bevor wir nach vorne zum iPhone X schauen und einige erste Vergleiche mit dem zukünftigen Flagship-Phone von Apple vornehmen, interessiert natürlich vor allem, wie sich das iPhone 8 Plus im Vergleich zu seinem Vorgänger schlägt. Vielerorts wird auch dieses Jahr wieder die Frage auftauchen, ob sich ein Upgrade lohnt, oder ob ihr euer sauer verdientes Geld lieber für das iPhone X oder gleich fürs nächste Jahr spart.

Design: Viel Glas, sonst wenig Neues

Optisch gibt es auf den ersten Blick, im Vergleich zum Vorjahr, eigentlich nur eine Änderung. Diese ist allerdings signifikant. Anders als seit einigen Jahren besteht die Rückseite der neuen iPhones nicht mehr aus einer Aluminiumlegierung, sondern wird von einer Glasschicht überzogen. Der Hauptgrund dafür dürfte sein, dass man bei Apple endlich kabelloses Aufladen seiner Smartphones ermöglichen wollte. Ein geeignetes Wireless-Ladegerät, das den offenen Qi-Standard unterstützt, müsst ihr euch allerdings dazu kaufen. Ein solches wird leider nicht mitgeliefert. Schade, aber immerhin erhaltet ihr ein Lightning-Ladekabel, damit euch der Saft nicht ausgeht. Der Glas-Rücken hat nicht nur praktische Auswirkungen, sondern auch optische. Ob man Glas oder Aluminium bevorzugt, ist Geschmacksache. Tatsache hingegen ist, dass Glas deutlich anfälliger auf sichtbare Fingerabdrücke ist. Vor allem wenn ihr das iPhone 8 (Plus) im dunklen Space Grey wählt, sind diese besonders gut zu erkennen. Bei den Modellen in Gold und Silber sind die Fingerabdrücke glücklicherweise deutlich weniger sichtbar. Ihr habt also die Wahl zwischen sichtbaren Fingerabdrücken auf der Rückseite eures neuen iPhones oder dem Kauf eines entsprechenden Cases, der das verhindert. Bei den allermeisten dieser Cases funktioniert das kabellose Laden übrigens weiterhin, ohne dass ihr das gute Stück jedes Mal abnehmen müsst. Auch Fast Charging ist sowohl mit als auch ohne Case möglich. Abgesehen davon hat ein Case eine weitere wünschenswerte Eigenschaft: Er verhindert Glasbruch. Zwar preist Apple seine Lösung als “das stabilste Glas, das es je in einem Smartphone gab” an, dennoch endet der Sturz eines bisherigen iPhones meist nur mit einer kleinen Delle im Aluminium, während beim iPhone 8 (Plus) zersplittertes Glas droht. Wir verwenden unsere iPhones gerne ohne Case, da so das Design besser zur Geltung kommt. Solltet das bei euch ähnlich sein, ist also erhöhte Vorsicht geboten.

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Farben gibt es sowohl beim iPhone 8 als auch beim 8 Plus, wie bereits erwähnt, deren drei, und zwar Silber, Gold und das sogenannte Space Grey. Die Ausgabe in Space Grey kommt dabei mit einer dunklen Front, während bei Silber und Gold die Vorderseite in hellem Weiss erstrahlt. Solltet ihr auf die Gold-Variante aus sein, guckt euch das iPhone vor dem Kauf besser genau an. Die Farbgebung geht nämlich schon leicht in Richtung Roségold.

Ansonsten gibt es bezüglich der Optik nicht viel zu sagen. Die Abmessungen sind (wohl aufgrund des Glas-Finishes) minim grösser. An der Formgebung oder dem Rahmen auf der Vorderseite hat sich im Vergleich zu den Vorjahren nichts verändert. Das ist insofern nicht weiter schlimm, da das schlanke Design auch nach mehreren Jahren immer noch sehr elegant wirkt. Dennoch kommt bei vielen neuen Smartphones (so auch beim kommenden iPhone X) der Wow-Faktor durch ein neues, interessantes Design zum Tragen. Ein weitere Neuerung ist das Retina HD Display mit True Tone. True Tone kommt dieses Jahr zum ersten Mal bei den neuen iPhones zum Einsatz. Die Vorjahresmodelle hatten dieses, bereits vom iPad bekannte Feature, noch nicht. Der Begriff hebt hervor, dass der Bildschirm ein besonders naturgetreues Farberlebnis bieten soll. Um dies zu erreichen, wird jeweils die Umgebungshelligkeit und der Farbton gemessen, und die Bildschirm-Tönung entsprechend angepasst. So kommt etwa beim Lesen im Bett eher warmes Licht zum Einsatz, während bei grellem Sonnenschein der Blauanteil hochgefahren wird, um das Bild möglichst passend erscheinen zu lassen. Ein cooles Feature, das man irgendwann gar nicht mehr so recht bemerkt. Es sei denn, man schaltet es ab. Bei entsprechendem Bild- und Videomaterial ist auch die Unterstützung von HDR10 und Dolby Vision sehr gut sichtbar. Dies ermöglicht ein deutlich kräftigeres und detaillierteres Bild, in welchem auch in hellen und dunklen Bereichen weniger Details verloren gehen.

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