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Demon's Souls - Test / Review

Ein fantastisches Remake

Test Video Benjamin Braun getestet auf PlayStation 5

Das Entwicklerstudio Bluepoint Games steht vielen Jahren für Qualität. Für Sony setzten die Texaner unter anderem erstklassige Remastered-Versionen der ersten drei Teile von "Uncharted" oder Fumito Uedas märchenhaftem Abenteuer "Shadow of the Colossus" für die PS4 um. Mit der massiv verbesserten Neuauflage von From Softwares Action-Rollenspiel "Demon's Souls" unterstreicht Bluepoint seine Klasse nun auch auf der PlayStation 5 und liefert damit gleichzeitig einen mehr als überzeugenden Grund, möglichst bald die neue Sony-Konsole im eigenen Wohnzimmer heimisch werden zu lassen.

Als Sony und From Software im Januar 2009 "Demon's Souls" in den Handel brachten, ahnten womöglich beide nicht, welche Wellen das Action-RPG schlagen würde. Denn obwohl das Spiel anfänglich nur in Japan erschien, verbreitete sich weltweit die Kunde wie ein Flächenbrand, dass From Software hier ein wegweisendes neues Rollenspielkonzept entwickelt hatte. Heute bilden die sogenannten Souls-like-Games ein eigenes Subgenre, das oft kopiert wurde, aber selten die Klasse von From Softwares Abenteuern der "Dark Souls"-Reihe oder ähnlich gelagerten Titeln wie "Bloodborne" und "Sekiro: Shadows Die Twice" erreicht hat. Gut zehn Jahre nach dem Europastart von "Demon's Souls" und pünktlich zum Launch der PS5 schickt Sony ein runderneuertes Remake des Spiels ins Rennen, das den modernen Klassiker in beinahe jeder Hinsicht noch ein bisschen besser macht.

Besser als das Original

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Die neue PS5-Version von "Demon's Souls" verändert am Spielkonzept nichts Grundlegendes, sondern hält an der Quintessenz, die das Spiel zum Ursprung eines eigenständigen Genres machte, fest - inklusive der Online-Optionen. Auch hier stirbt man bei Fehlern schnell, so gut wie alle Gegner in den Levels respawnen beim Tod, und die Wege vom Startpunkt bis zum Boss sind trotz freischaltbarer Abkürzungen meist erheblich weiter als etwa in "Dark Souls III". Das grösste Potenzial für Verbesserungen hat das ursprünglich exklusiv für PlayStation 3 veröffentlichte "Demon's Souls" natürlich in technischer Hinsicht. An der grundlegenden Architektur der levelbasierten Spielwelt hält Entwickler Bluepoint Games, der das PS5-Remake gemeinsam mit Sony Japan Studio entwickelt hat, fest, passt die Dimensionen hier und dort aber geringfügig an. Der Unterschied besteht vor allem in den erheblich höher aufgelösten Texturen von Umgebungen und Gegnern sowie in den enorm verbesserten Licht- und Schatteneffekten. Auch die native Auflösung in 4K sowie die konstanten 30 fps, die das Original bei Weitem nicht immer erreichte, tragen ihren Teil dazu bei, dass "Demon's Souls" auf der PS5 nicht nur wie ein gutes HD-Remaster, sondern zumeist wie ein Spiel von 2020 aussieht. Dank erstklassigem HDR-Support sieht das Action-RPG auf geeigneten Ausgabegeräten noch besser aus. Da fällt nicht auf, dass auf technisch denkbare Raytracing-Reflexionen auf der PS5 verzichtet wird.

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Darüber hinaus profitiert das Remake natürlich von der flinken SSD, durch die die Ladezeiten beinahe unmerklich werden. Ein Wechsel in den Nexus, in dem ihr wie gehabt bei Bedarf Ausrüstung repariert oder einlagert, um die maximal tragbare Item-Last nicht zu überschreiten, beziehungsweise vom Nexus in die einzelnen Gebiete dauert nur wenige Sekunden. Es gibt allerdings auch ein paar wenige Bereiche, in denen Bluepoint Games eher dezente Verbesserungen erzielt. So ist die Mimik der Charaktere im Nexus oder der Händler in den Levels zwar ausgeprägter als im Original, wirkt aber veraltet im Vergleich zu Spielen, die auch solche Feinheiten via Performance-Capture einfangen. An der etwas übertriebenen und bisweilen fehlerhaften Ragdoll-Physik ändert sich ebenfalls nicht alles zum Besseren. Das allerdings erweist sich in Anbetracht der gravierenden Verbesserungen insgesamt als zweitrangig und schadet der Atmosphäre zu keiner Zeit.

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