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Brink

Die Arche als Schmelztiegel

Test Alain Jollat getestet auf Xbox 360

Mit einem neuen Setting abseits des militärischen Drills und frischen Ideen will "Brink" die Herzen der Shooter-Spieler erobern. Umfangreiche Charaktergestaltung und Parkour-Einlagen sind die Features, welche als erstes hervorstechen. Wie gut sich die einzelnen Puzzleteile aus Neuerungen und Altbewährtem zusammenfügen, das haben wir uns für euch angeschaut.

Majestätisch schön erhebt sie sich aus dem Wasser. Doch das strahlende Weiss und der alte Glanz sind weg. Die Arche zerfällt. War sie zuerst ein schwimmendes Vorzeigeobjekt, so wurde sie – als der Meeresspiegel durch die Klimaerwärmung unaufhaltsam Landmassen flutete und die Lebensgrundlage vieler Menschen unter sich ertränkte – zur Rettungsinsel. Zu viele klammerten sich an ihr fest und ohne Kontakt zur langsam ersaufenden Aussenwelt wurden die Nahrungsmittel knapp. Keine Schiffe legten mehr an, keine Flugzeuge landeten mehr auf dem Flughafen. Man sah sich selbst dem Untergang geweiht, man war alleine – und doch zu viel.

Und so versucht nun die "Sicherheit" der Arche ihr Möglichstes, um das geordnete Leben auf der Arche aufrechtzuerhalten. Die Lebensmittel, das Trinkwasser, die Treibstoffe, alles wurden strikte rationiert. Weniger erfreut über diese Einschränkung des Essens und des Diesels ist der «Widerstand». Er hungert. Versteckt hinter einer gigantischen Mauer, welche die Arche zweiteilt, harrt er aus, fühlt sich von den Sicherheitsorganen im Stich gelassen. Und so brodelt es in den Reihen der Abgeschotteten, man will von der Arche weg und hofft, dass irgendwo hinter dem Horizont noch Land ist und Leben herrscht.

Und so kämpfen beide Seiten gegeneinander. Sie kämpfen für diesen einen zarten Hoffnungsschimmer. Die einen, um das zu retten, was sie am Leben erhält, die anderen, um das zu verlassen, was ihr Untergang sein wird, wenn sie nichts tun.

Screenshot


Entweder oder, du hast die Wahl

"Brink" ist ein Spiel der vielen Alternativen. Das merkt man schon kurz nach dem Start. Die eigene Spielfigur kann aus einer grossen Auswahl an Archetypen ausgewählt werden. Kleine Anpassungen an Hautfarbe und die Auswahl einer Stimme sind möglich, detailliertere Änderungen der Gesichtsform und Augen nicht. Angepasst werden kann nebst der Kleidung auch die Frisur. Und man darf den Körper mit Tattoos und/oder Narben ausstatten. Die Auswahl ist zu Beginn allerdings stark eingeschränkt, vieles muss man sich zuerst freispielen. Ebenfalls freispielen muss man sich den leichten und den schweren Körpertypen, die über die Fähigkeit, Wandsprünge durchzuführen und schneller respektive schwere Waffen tragen können und widerstandsfähiger sind.

Die Anpassungsmöglichkeiten sind für einen Shooter wirklich enorm umfangreich, allerdings hatte ich mir dann bei all den Aussagen des Herstellers irgendwie mehr erhofft.

Ebenfalls freispielen muss man sich verschiedene Waffen und Waffenverbesserungen. Das Arsenal ist jedoch äusserst umfangreich und bietet eine grosse Bandbreite von auswählbaren Primär- und Sekundärwaffen. In Sachen Waffenverbesserungen können grössere Magazine, verschiedene Visiere und Doppelgriffe sowie Schalldämpfer freigeschaltet werden.

Und obwohl man sich zu Beginn für eine der beiden Seiten entscheidet: Man kann jederzeit zwischen «Sicherheit» und "Widerstand" ändern. Man bindet sich also nie an eine der beiden Fraktionen.

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