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Blood & Truth (VR) - Test / Review

Lohnenswerte VR-Ballerbude

Test Video Benjamin Braun getestet auf PlayStation 4

Auch Mafia-Familien können Sympathieträger sein. In Sonys VR-Shooter zeigt ihr als krimineller Sprössling noch fieseren Kerlen, wo`s langeht. Doch was taugt die Story des Quasi-Sequels zu "London: The Heist"? Wie vielfältig ist das Gameplay und vor allem; macht der PSVR-Exklusivtitel Spass? Die Antworten erfahrt ihr in unserem Test und Review-Video.

So richtig ins Geschäft seiner Mafia-Sippschaft wollte Ryan Marks eigentlich nie einsteigen. Stattdessen verpflichtete er sich als Soldat für sein Vaterland England. Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters will der <<Geschäftsmann>> Anthony Sharpe jedoch das Imperium seiner Familie übernehmen – und das notfalls mit Gewalt! Doch wo vor allem Waffen gefragt sind, da ist ein Ex-Elitesoldat genau der Richtige, um die Pläne des widerspenstigen Unsympaths zu vereiteln. In „Blood and Truth“ geht es aber nicht nur darum, Feinde mit blauen Bohnen niederzumähen. Es geht auch ums Entschärfen oder legen von Bomben, das Knacken von Schlössern und eben um Ryans Familie. Ist der Titel von SIE London Studio bloss Teil einer neuen Welle, um dem PSVR-Headset von Sony irgendwie neuen Stoff zu liefern oder vielleicht einer, der wie „Astro Bot“ sogar einen unwiderstehlichen Kaufgrund liefert? Ihr erfahrt es in Test und Review-Video!

Mafia-Story der anderen Art

Wenn es in Filmen um die Mafia-Clans geht, dann bleiben gewisse Sympathiewerte selbst bei den kriminellen Akteuren nicht zwangsläufig aus. Im Gegenteil: gute Mafia-Geschichten lassen uns die Motive der Protagonisten nachvollziehen, selbst wenn dabei Menschen sterben. „Blood and Truth“ gelingt dies ebenfalls, wenn unser Hauptheld Ryan, seine Geschwister und deren Mutter gemeinsame Sache machen, um das Familien-Imperium gegen äussere Einflüsse zu schützen. Nein, es ist keine Mafia-Geschichte vom Schlage eines „Der Pate“ oder „GoodFellas“. In Spielemassstäben betrachtet ist die Story jedoch keinesfalls zu verachten und erinnert in ihrem Stil oft an Heist-Filme wie The Score oder Ocean's 13.

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Spannend ist die Story auch, da sie zunächst in Rückblenden erzählt wird. Unser Held sitzt im Verhörraum eines Geheimdienstlers. Seine Verbrechen will niemand einfach unter den Teppichen kehren, doch braucht der Staat Ryans Hilfe, um Anthony Sharpe in die Schranken zu weisen und Ryan den Geheimdienst, damit wenigstens seine Familienangehörigen straffrei ausgehen können. Dadurch entsteht recht schnell eine enge Bindung zwischen Ryan und dem Agent, die schliesslich – wie sollte es auch anders sein – vom Erfolg gekrönt wird.

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Ab und zu sind die reinen Storysequenzen vielleicht etwas zu langatmig inszeniert oder zeigen Fehler. So dringt ihr mit eurem Bruder etwa nachts in eine Kunstmuseum ein. Als ihr die Porträts eures Widersachers mit einer Farbkanone bespritzt, machen sich beide auch dann noch über die Aktion lustig, selbst wenn ihr längst eure Hände von der übergrossen Farbkanone genommen habt. Langweilig wird es im Rahmen der Haupthandlung aber nie und es entsteht tatsächlich ein Bezug zu den handelnden Personen. Im Vordergrund steht in „Blood and Truth“ aber dennoch das Gameplay, das nicht nur aus reinen Ballerorgien besteht.

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