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Die GAMES.CH Kolumne #05-2017

Wieso 'Walking Simulators' kein Genre sind

Kolumne Video Michael

Seit einigen Jahren gibt es eine neue Art von Videospielen. In ihnen wird nicht geschossen und gekämpft, sondern nur gelaufen und erlebt: „Tacoma“, „Dear Esther“, „Virginia“ und andere gehören dazu. Viele bezeichnen sie als „Walking Simulator“. Dieser Begriff zeugt von Verständnislosigkeit und ist einfach falsch!

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Erst vor zwei Wochen ist „Tacoma“ erschienen. Das ist das neue Game von den Entwicklern von „Gone Home“. Als die Ingenieurin Amy Ferrier landet man dort auf einer retro-futuristisch angehauchten Raumstation an. Die dient als Bahnhof in die Weiten des Alls. Aber statt hektischer Betriebsamkeit herrscht eine gespenstische Leere. Alleinig Odin, der Stations-Computer, dient als Gesprächspartner. Okay, nicht so richtig und letztlich ist alles etwas anders als gedacht – aber darum soll's hier nicht gehen. Gespielt wird „Tacoma“ aus der Ego-Perspektive. Aber es ist kein Shooter und es gibt keine Waffen. Es wird ein Rätsel gelöst. Aber es ist kein Puzzle-Adventure. Damit fordert „Tacoma“ seine Rezensenten ebenso wie Spieler heraus, wenn es darum geht, es in eine der Genre-Kategorien einzuordnen, die wir seit Jahrzehnten pflegen. Daher machen es sich viele recht einfach und werfen es, ebenso wie schon „Gone Home“ und andere dieser Art, in die Ecke der sogenannten Walking Simulators. Dabei ist das ein Begriff, der nicht nur abwertend klingt, sondern auch immer seltener zutrifft. Aber vor allem werden dabei die Vielfältig, Diversität und die Möglichkeiten der so bezeichneten Games verkannt.

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